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Exkursion Churfranken

Exkursion Churfranken am 12./13. April 2013

Angeführt von der Regionalsprecherin Gabriele Lang und Vinissima, Jeanet Bruining, die die Weinexkursion der Regionalgruppe Rheingau/Hessische Bergstraße organisiert hatten, trafen sich 10 Vinissima am Freitagmorgen bei der ersten Station, Schloss Löwenstein in Kleinheubach, zum „vinophilen“ Streifzug durch Churfranken.

Nach Besichtigung der beeindruckenden Schlossanlage probierten wir die gutseigenen Rieslinge und Silvaner des Fürsten – dies in Gegenüberstellung ihrer Herkunft: Fränkisches Anbaugebiet (Terrassen-artig angelegter Homburger Kallmuth) versus Rheingau.
Danach folgten die weiteren Stationen des ersten Tages in Bürgstadt:
- Mittagsimbiss im „Gault Millau“-ausgezeichneten Gutsausschank des Weingut Stich, wo wir uns mit fränkischen Gerichten wie Mostsuppe, blaue Zipfel u.a. stärkten und an der Gastfreundschaft des Ehepaars Stichs erfreuten, die uns zum Silvaner und ihren weiteren Weißweinen des Centgrafenbergs einluden. Trotz des starken Zuspruchs ihrer gemütlichen Gaststätte, ließ es sich Helga Stich nicht nehmen, uns anschließend noch persönlich durch ihr
weitläufiges Domizil zu führen.
- Weinprobe Bürgstädter Weine in der ortseigenen Vinothek
- Wanderung bei herrlichem Aprilwetter über den Centgrafenberg entlang der fränkischen Rotweinroute unter Führung von Claudia Widmaier vom Weingut Knapp zum Weingut Fürst. Die Lage, die Architektur des Weingutes und die umfangreiche Weinprobe beeindruckten selbst die langjährig erfahrenen Vinissima unter uns. Seniorchef, Paul Fürst, lud uns dazu ein, auch die absoluten Spitzenweine aus seiner Spätburgunder- und Frühburgunder- Kollektion zu probieren.
- Wunderschöner kulinarischer Ausklang unseres ersten Ausflugtages beim erstklassigen Abendmenü mit fränkischen Weinen der Weingüter Fürst und Knapp in entspannter und ausgelassener Runde in unserem Hotel, dem Weinhaus Stern.

Den 2. Tag der Exkursion, den wir dann in der Rotweinmetropole Klingenberg verbrachten, begannen wir im legendären Gewürzhaus des Sternekochs, Ingo Holland. Wir alle waren von der Vielfalt und den Gerüchen dieser unglaublichen Gewürzkreationen verzaubert.
Von hier aus holte uns Bio-Winzerin, Anja Stritzinger, ab und begrüßte uns mit einem „Terrassino“, einem roten Prosecco, bevor Sie uns durch die Schlucht hinauf auf den steilen, Terrassenartig angelegten Weinberg, führte. Hier zeigte sie uns auch ihren Betrieb und wir probierten ihre Weine. Nicht nur die Winzerinnen unter uns konnten die körperlichen Anstrengungen und die überwiegende Handarbeit, die diese Steilhänge an den Weinbau stellen, gar nicht genug würdigen.
Nachdem uns schließlich auch der steile Abstieg in den Ort gelang, waren wir für ein hochklassiges Mittagessen, im Restaurant Straubs Schöne Aussicht, bereit. Diese eher zufällige Entdeckung von Jeanet, bei der uns neben der Weinkarte auch der Blick vom Gastraum auf den Schlossberg überzeugte, möchten wir an dieser Stelle als kulinarischen Tipp weitergeben.

Den Samstagnachmittag verbrachten wir beim VDP Weingut Klingenberg, das kürzlich vom Jungwinzer, Benedikt Baltes und seinem chinesischen Kompagnon übernommen wurde. Benedikt Baltes weihte uns mit viel Enthusiasmus in seine vom traditionellen Weinbau geprägte Philosophie ein, zeigte uns seine Gutsräume und überzeugte uns später von seinen Rotweinen, mit denen er mittelfristig zu den besten und gefragtesten deutschen Spätburgunder Produzenten aufsteigen möchte.

Letzte Station unserer Exkursion war das Familien-geführte Weingut, Wolfgang Kühn, das mit einem Anteil von 80% ebenfalls auf Spätburgunder spezialisiert ist. In kleinster Runde erfuhren wir in charmanter bodenständiger Manier von einem Winzerleben, in dem die „Werkstatt“, der steile Weinberg, direkt hinterm Wohnhaus liegt, der Weinanbau noch ausschließlich von Handarbeit geprägt ist und der Wein ohne Umweg, direkt an den Endkunden verkauft wird. Seine Ruhe und Zufriedenheit, die er bei dieser letzten Weinprobe ausstrahlte, übertrug sich auf uns Vinissima.
Mit dem Gefühl, einen umfassenden und inspirierenden Einblick ins Churfrankenland erhalten zu haben, traten wir am Abend bei wunderschönem Frühlingswetter die Heimreise an.

Frankfurt, 16.4.2013
Ines Schäfer

 

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